Wozu das jetzt noch alles? – Personalentwicklung im demografischen Wandel

Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Helga arbeitet bereits seit über 25 Jahren im gleichen Unternehmen als Speditionskauffrau. Genauso lang wie ihre Firma, kennt sie auch die Kunden und jeder weiß, dass man sich auf sie verlassen kann. Ihre Arbeit erledigt sie immer schnell, immer zuverlässig, immer routiniert. Auf alle internen Fragen weiß sie eine Antwort. Ambitionen in ihrem Bereich weiter aufzusteigen hat sie jedoch keine, schließlich möchte sie bald in Rente gehen… Jetzt fragen Sie sich: braucht es an dieser Stelle noch Personalentwicklung? Carmen Halstenberg sagt: Ja! Warum lesen Sie in diesem Blog.

Von Carmen Halstenberg

Ein Schatz an Erfahrung

… das ist es, was Helga über all die Jahre im Unternehmen gesammelt hat. Wäre es nicht schade, wenn dieser mit ihrem Verlassen der Firma verloren geht? Genau hier muss die Personalentwicklung ansetzen. Natürlich ist es wichtig die jungen Mitarbeiter zu fördern, ihre Potenziale zu entfalten und ihnen Möglichkeiten für die Zukunft zu bieten, aber wer könnte nun die »Jungen« besser auf ihre Zukunft im Unternehmen vorbereiten als die »Alten«?

Wenn Sie eine Helga im Unternehmen haben, jemand, der ein bis zwei Jahre vor der Rente steht, versuchen Sie einmal folgendes: Befreien Sie sie aus ihrem Daily Business und machen Sie Helga zur internen Beraterin Ihres Unternehmens. Denn die Frage, die im Raum steht, lautet: Wie kann das Wissen, das über viele Jahre erworben wurde, das man nirgendwo einkaufen kann und das nirgends hinterlegt ist, an die Mitarbeiter weitergeben?

An dieser Stelle kann die Personalentwicklung eine Akademie aufbauen, einen Ort, an dem internes Wissen an die Nachfolgenden weitergegeben wird. Denn nichts funktioniert besser, als wenn es Mitarbeiter Mitarbeitern erzählen, und nicht irgendein Trainer, nicht irgendeine Personalentwicklungsabteilung, sondern die, die dort selbst gearbeitet haben oder es noch tun.

Der Vorteil: Sie zeigen Ihren langjährigen Mitarbeitern damit, dass sie nach wie vor gebraucht werden, Sie wertschätzen sie und genau das motiviert unsere Helga vielleicht auch nach ihrem Austritt dem Unternehmen als interne Beraterin, als Coach oder Supervisor treu zu bleiben, ohne wertvolles Wissen und Zeit zu verlieren…