Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?

Daniele Gianella, selbstständiger Berater und exklusiver Lizenzpartner des Reiss Motivation Profile®, zeigt, wie Mitarbeitermotivation gelingt. Lassen Sie uns zunächst klären, was Motivation überhaupt bedeutet – sie beschreibt den Prozess zur Aktivierung eines Motivs. Ein Motiv beeinflusst unser Verhalten und erhält dieses aufrecht. Doch wie können Sie jemanden motivieren, dessen Motive Sie nicht kennen? Das Reiss Motivation Profile® gibt wertvolle Einblicke in die Lebensmotive eines Einzelnen.

Jeder Mensch wird von allgemeingültigen Lebensmotiven angetrieben, die das Reiss Motivation Profile auf 16 essenziele Motive herunterbricht. Zum Beispiel das Motiv Macht – alle möchten in einem gewissen Maß Macht haben und Einfluss nehmen, das ist ein Fakt. Wie stark das der Fall ist, ist individuell und von Mensch zu Mensch verschieden.

Die richtigen Motive aktivieren

Der Führungsexperte Dr. Reinhard K. Sprenger stellt folgende These auf: „Die meisten Führungskräfte glauben, ihre Aufgabe sei es, ihre Mitarbeiter zu motivieren.“ Es wird also grundsätzlich davon ausgegangen, dass Mitarbeiter nicht motiviert seien. Nun behaupten viele Führungskräfte: „Ich weiß, was gut für dich ist, denn schließlich bin ich eine gute Führungskraft.“ Sie denken, dass es ihre Aufgabe sei den Prozess der Aktivierung eines Motivs voranzutreiben. Doch welche Motive werden aktiviert? Führungskräfte gehen davon aus, dass das, was gut für sie ist auch gut für die Mitarbeiter sei und versuchen die Motive anzusprechen, von denen sie selbst am stärksten getrieben werden. Was natürlich nur funktioniert, wenn für die Mitarbeiter die gleichen Motive von Bedeutung sind. Eine echte Motivation findet aber nur statt, wenn Führungskräfte einen Rahmen schaffen und diesen erfolgreich mit den jeweiligen inneren Antreibern und Bedürfnissen der Mitarbeiter in Einklang bringen.

Reflect – match - perform

Der Ansatz des Reiss Motivation Profile® verfolgt ganz klar drei Schritte, die die innere Motivation ansprechen: reflect, match, perform.

1. Reflect

Hier geht es darum, zu erkennen und zu reflektieren, was ein Mitarbeiter will, was ihn antreibt, ausmacht, bewegt, was ihm Freude macht – also warum er leistet und was seine Leistung langanhaltend und kontinuierlich möglich macht.

2. Match

Führungskräfte sollten im zweiten Schritt überlegen unter welchen Rahmenbedingen der Mitarbeiter arbeitet und inwieweit diese zu den individuellen Motiven passen. Um das in ein »match«, eine Passung, zu bekommen und dafür zu sorgen, dass sich der Mitarbeiter frei entfalten kann – das wirkt motivierend.

3. Perform

Als Führungskraft einen passenden Rahmen zu schaffen und die Mitarbeiter dahingehend zu begleiten, ihren Platz zu finden, führt zum dritten Schritt – »perform«, also Leistung zu bringen.

Lernen Sie Ihre Mitarbeiter kennen

Etwa 60% der Menschen werden von den gleichen Lebensmotiven in derselben Intensität angetrieben. Bei 20% der Menschen haben diese Lebensmotive einen stärken Einfluss, bei 20% einen schwächeren Einfluss auf das Verhalten. Es geht nun darum, die Wirkung dieser Motivatoren sichtbar zu machen, sie zu nutzen und in die Führung einzubauen. Lernen Sie Ihre Mitarbeiter also besser kennen, sprechen Sie mit ihnen, hören Sie gut zu und verknüpfen Sie deren Lebensmotive mit den Zielen – so erhalten Sie motivierte Mitarbeiter, die in ihren Aufgaben mit Freude Höchstleistung bringen.