Stellenabbau – was nun?

Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit bei den Mitarbeitern, Überforderung auf Seiten der Führungskräfte. Wenn der Stellenabbau beschlossen ist, ist das Chaos vorprogrammiert. Das heißt jedoch nicht, dass dieser nicht dennoch strukturiert vonstatten gehen kann. Das weiß unsere Expertin für Führungskräfte und Betriebsräte Carmen Halstenberg und gibt hierzu wertvolle Tipps.

Kurzfristig oder lange geplant?
Ehe passende Maßnahmen eingeleitet werden, muss zunächst geprüft werden, ob es sich um kurzfristige Entlassungen handelt oder um einen langfristig geplanten Stellenabbau. Die kurzfristige Variante folgt meist aus hohem Druck und finanzieller Not – nicht selten ist dies die letzte Möglichkeit, ein Unternehmen noch zu retten. Der langfristig geplante Stellenabbau gründet auf der Veränderung der Arbeitswelt und der damit zusammenhängenden Faktoren, wie etwa der Digitalisierung. Die Industrie 4.0 fordert neue Fachkräfte, die – sei es wegen des demografischen Wandels oder anderer Hintergründe – so schnell nicht aufzutreiben sind. Durch die neu angelegten Arbeitsabläufe und Optimierungen begründet sich dann schließlich auch ein Stellenabbau.

Was kann der Betriebsrat tun?
Eines ist sicher: Verhindern kann der Betriebsrat den beschlossenen Stellenabbau nicht. Mit dessen Einbezug läuft er jedoch reibungsloser ab, ist sozial gerecht und klar strukturiert. Wird der Betriebsrat nicht miteinbezogen, kann dieser mitsamt der Gewerkschaft eine Demonstration einberufen, mit Presse und allem, was dazu gehört – und welches Unternehmen macht schon gerne derart negative Schlagzeilen?

Kurzfristige Freistellungen und Entlassungen sollten in Absprache mit dem Betriebsrat anhand eines Sozialplans und eines Interessenausgleichs verhandelt werden. So kann festgestellt werden, ob die Kündigungen auch sozial verträglich sind. Egal um welche Art von Stellenabbau es sich auch handelt, der Betriebsrat sollte hinzugezogen werden – er ist absoluter Fachmann und kann die Mitarbeiter sehr gut einschätzen.

Die interne Personalagentur
Ist ein langfristiger Stellenabbau geplant, kommt zudem folgendes Modell infrage: die interne Personalagentur. Diese kann entweder im Unternehmen gebildet oder extern einberufen werden. Da externe Personalagenturen die Strukturen des Unternehmens jedoch nur ungenügend kennen, empfehlen wir von BSC eine interne Personalagentur, also eine Art firmeneigene Personalvermittlung. Gerne begleiten wir Sie dabei. So werden die Mitarbeiter auf ihre neuen Tätigkeiten vorbereitet und begleitet. Anhand verschiedener Tools, wie etwa dem Reiss Motivation Profile®, sowie fachlicher Kompetenzen werden persönliche Profile erfasst, um neue passende Anstellungen generieren zu können. Möglicherweise intern, weil bisher unentdeckte Potenziale aufgedeckt wurden oder extern, da sie mit eigens von BSC entwickelten Methoden so vorbereitet wurden, dass sie auf dem Arbeitsmarkt eine neue Stelle bekommen, ganz nach dem Motto: Von Arbeit in Arbeit. Unsere Vermittlungsquote liegt derzeit bei über 90 Prozent.

Ein langfristig und gut geplanter Stellenabbau kann also durchaus eine gute Chance für einen gelungenen Neuanfang der Mitarbeiter sein. Gerne unterstützen wir Ihr Unternehmen hierbei.