Sprechen Sie Millennial?

Hallo, ich bin Palina, 1,3 Millionen Follower auf Instagram“. So stellt sich Palina Rojinski in in der Parodie »Tatort für Millennials« vor. Danach folgt ein 10-minütiger Wortschwall, der alle gängigen Klischees über Millennials bedient. Das wird natürlich auf Schritt und Tritt per Instagram-Story in die Welt getragen. Das Vorurteil des Dauerpraktikanten, der alles und doch nichts will und 24/7 nur online ist, findet sich auch bei vielen Führungskräften.

Dreht sich bei Millennials wirklich alles um Follower und Anerkennung in den sozialen Medien? Ist diese Generation im Grunde gar nicht an »echter« Arbeit interessiert und hält sich ihr Engagement tatsächlich sehr in Grenzen? Wie gehen Führungskräfte am besten mit Mitarbeitern aus dieser Generation um und welche Art der Führung benötigen sie?

Wer sind eigentlich Millennials?

Im Jahr 2020 wird die Generation Y die Hälfte der Erwerbstätigen weltweit ausmachen. Es ist also wichtig zu verstehen, wie diese Generation tickt und worauf sie am Arbeitsplatz besonderen Wert legt. Die zwischen 1980 und 2000 Geborenen, sind in geborgenen Elternhäusern aufgewachsen. Sie sind an feste Routinen und einen strukturierten Alltag gewöhnt. Instagram ist ihr ständiger Begleiter. Was sie wissen wollen, googeln sie und bestellt wird rund um die Uhr online. Doch entgegen der Meinung vieler, die bei Millennials sofort an Soja-Latte schlürfende, Avocado vertilgende Weltreisende denken, sind Millennials nicht arbeitsscheu oder gar faul. Sie arbeiten einfach nur anders, doch genauso effektiv wie andere Generationen. Dabei legen sie besonderen Wert darauf, einen Sinn in ihrer Arbeit zu sehen – wenn ihre Tätigkeit das Erreichen der Unternehmensziele voranbringt, fühlen sie sich motiviert. Wie Mitarbeiter anderer Generation wollen auch sie ernst genommen werden und sehen, dass sie mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Anteil am Unternehmenserfolg haben. Millennials wünschen sich darüber hinaus mehr als andere flexible Arbeitsmöglichkeiten, um Privates und Berufliches in Einklang zu bringen.

Mit dem richtigen Führungsstil Potenziale heben

Die Generation Y erfordert und möchte einen neuen Führungsstil. Sätze wie „Man muss sich Respekt erst verdienen“ sind hier fehl am Platz. Denn Millennials stehen ausgeprägten und veralteten Hierarchiemodellen grundsätzlich skeptisch gegenüber. Sie wünschen sich vielmehr, dass Führungskräfte die Rolle von Coaches einnehmen, die ihre berufliche Entwicklung fördern. Motivieren lassen sich Mitarbeiter der Millennial-Generation in erster Linie mit der Würdigung und Anerkennung ihrer Leistung, dies ist ihnen teilweise sogar wichtiger als das Finanzielle. Führungskräfte sollten insbesondere diese Mitarbeiter für die Visionen und Zukunftsaussichten des Unternehmens begeistern, denn sobald sie wissen, für welche Ziele sie arbeiten, bringen Millennials Höchstleistung. Arbeitnehmer der Generation Y wollen ebenfalls neue Impulse und schätzen die Möglichkeit, Erfahrungen zu machen. Fakt ist, dass sich Führungskräfte, ob sie die Arbeitsweise der Millennials nun mögen oder nicht, anpassen müssen. Neue Ideen zuzulassen, um das Potenzial der Generation Y zu heben, ist essenziell für erfolgreiche Zusammenarbeit.


»Tatort für Millennials«

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