Sollten Sie mit Ihrem richtigen Namen Ihre Marke aufbauen?

Stehen Sie kurz davor, Ihre Marke neu zu positionieren oder wagen Sie gerade die ersten Schritte eines komplett neues Markenauftrittes? Dann ist es gut möglich, dass Sie sich fragen, ob Sie Ihrer Marke Ihren Namen geben sollten – oder auf einen Fantasienamen setzen. Also, was sollen Sie tun?

Hier gibt es weder richtig noch falsch – es gibt nur »entweder, oder«. Entweder Sie treten mit Ihrem Namen als Marke in Erscheinung oder nicht. Ihre Entscheidung hängt letztlich davon ab, was in Ihrem ganz individuellen Fall sinnvoller ist. Und das wiederum hängt sowohl mit dem Kontext Ihrer Marke zusammen als auch mit Ihrer persönlichen Zielsetzung für Ihr Business.

Schauen wir dazu bei einer der ganz Großen vorbei: der Marke Hipp. Hipp ist das Paradebeispiel für Personal Branding. Denn hier ist ein Unternehmer mit seinem Namen in den Markt gegangen und hat das Bild der Marke nachhaltig gestaltet und geprägt. Denken wir an Hipp, so denken wir an einen bodenständigen, älteren Herrn, der großen Wert auf Qualität, Verlässlichkeit und Vertrauen legt. Genau dieses Bild überträgt sich auf den Anspruch der Babynahrung; wir vertrauen dem Unternehmen Hipp und der Qualität der Babynahrung.

Was hat dieser Unternehmer gemacht?
Er hat sich selbst sichtbar gemacht, mit allem, was ihm persönlich aber auch beruflich und für sein Unternehmen wichtig ist – und er hat dies auf die Marke übertragen. Jedoch ist er damit auch ein nicht unerhebliches Risiko eingegangen. Denn wenn etwas mit der Babynahrung nicht in Ordnung ist, wird das natürlich ganz genauso mit seiner Person verbunden. Doch genau deshalb war seine Entscheidung ein unglaublicher Gewinn für Hipp. Durch diese quasi persönliche Haftung wurde der Marke ein enormer Vertrauensvorschuss entgegengebracht; und Hipp hat nicht enttäuscht. Das ist ein Erfolgsrezept von Hipp, das bis heute andauert.

Wie geht es noch?
Die Alternative zum eigenen Namen ist, einen Fantasienamen zu wählen. Schauen wir uns Marke Nummer zwei an: Coca-Cola. Jetzt geht es Ihnen sicherlich wie vielen anderen. Sobald der Markenname Coca-Cola fällt, kommen Bilder in den Sinn: der charakteristische Schriftzug, die rote Farbe, Menschen, die gemeinsam unterwegs sind und Spaß haben. Wer hat diese Bilder geschaffen? Eine ganze Schar von Marketing-Leuten, Marktforschern und Kommunikationsexperten. Hinter diesem Markenempfinden steckt extrem viel Arbeit, ein nachhaltiges Konzept, eine stringente Umsetzung, umfangreiche Marketingmaßnahmen, erfolgreiche Vertriebsaktivitäten und noch einmal: ganz viel Arbeit und ganz viel Budget.

Und genau hier sind wir bei dem entscheidenden Unterschied: Für eine abstrakte Marke muss extrem viel mehr investiert werden, damit am Ende das gewünschte Markenbild entsteht, Vertrauen aufgebaut wird und die Marke wirtschaftlich erfolgreich überdauern kann.

Unser Fazit
Sie wollen gar nicht so groß wie Coca-Cola werden? Klar, Sie sind ja auch in einem ganz anderen Markt unterwegs und verfolgen andere Ziele. Und doch illustrieren diese beiden Beispiele sehr gut, was es abzuwägen gilt, wenn Sie über Ihre Marke nachdenken. Was im Großen gilt, gilt nämlich auch für Klein- oder Einzelunternehmer. Vor allem im B2B-Bereich – in der Beratung, im Training, im Coaching usw. – ist Vertrauen eines der wichtigsten Assets. Wer mit seinem Namen seine Marke, seine Personal Brand aufbaut, kann enorm viel Zeit und Aufwand einsparen. Die Frage ist: Wollen Sie dieses Risiko eingehen? Können Sie am Ende Ihre (Marken-)Versprechen halten? Denn im Zweifel fällt auch das auf Sie zurück. Doch wenn Sie sich selbst vertrauen, dann vertrauen Sie auch Ihrem Namen. Das Risiko wird es wert sein. Denn wie heißt es so schön: Dafür stehe ich mit meinem Namen.