Personalentwicklung ist kein Einheitsbrei

Personalentwicklung funktioniert nicht bei allen Mitarbeitenden in einem Unternehmen gleich. Es ist ein großer Unterschied, ob diese in der industriellen Fertigung, als Handwerker, Techniker oder im administrativen Bereich arbeiten. Verfügen die Mitarbeitenden über eine fundierte Ausbildung, oder sind sie un- oder angelernt? Im ersten Schritt gilt es die richtigen Schwerpunkte für die Personalentwicklung zu setzen, zu überprüfen und analysieren welcher Bereich wie entwickelt werden soll.

Werfen wir einen Blick in den administrativen Bereich, stellen wir schnell fest, dass hier jeder mit einem PC arbeitet und mit digitalen Medien vertraut ist. Im produzierenden Gewerbe sieht das manchmal ganz anderes aus, dort besteht oft eine andere Beziehung zum Thema Digitalisierung. Diese Mitarbeitende brauchen aufgrund ihrer Arbeitskultur eine andere Art der Personalentwicklung. Industrialisierung 4.0 oder das Vermitteln von Wissen per Blended Learning überfordert manch einen aus diesem Bereich. Aufgabe der Personalentwicklung ist es allerdings alle Mitarbeitenden gleichzeitig zu entwickeln, um die Unternehmensziele zu erreichen. Besonders deutlich wird das in diesen Zeiten, da aufgrund von Corona ein Teil der Beschäftigten im Homeoffice arbeitet. Dies schafft ein Bewusstsein der Ungerechtigkeit bei den Mitarbeitenden aus der Produktion.

Keine Frage des was, sondern des wie

Es gibt im Wesentlichen keine Unterschiede im dem was vermittelt werden soll – ob nun für Mitarbeiter im administrativen oder im produzierenden Bereich. Am Ende des Tages müssen alle mit Digitalisierung umgehen. Die Frage ist nur, wie ich die Mitarbeitenden mitnehme. Thinktanks, Kommunikationsräume, kreative Zonen – das funktioniert für die in Schicht arbeitenden Produktionsmitarbeiter nicht. Betreten diese Verwaltungsräume und erleben Open-Space-Konzepte, wo alle zusammensitzen und sich die Arbeit flexibel einteilen können, dann kann das unter Umständen für Unverständnis oder Irritation sorgen. Wichtig und ebenfalls Teil der Personalentwicklung ist, alle Menschen im Unternehmen abzuholen, um Barrieren abzubauen und das Verständnis zwischen den unterschiedlich arbeitenden Menschen herzustellen.

Erst analysieren, dann entwickeln

Im administrativen Bereich ist es völlig normal, sich mit mehreren Menschen hinzusetzen und zu brainstormen. Und das ist die Schwierigkeit. Jetzt ist Personalentwicklung gefordert, das auch auf die Produktion zu adaptieren. Das geht nicht in demselben Ausmaß, das geht aber mit kleinen Mitteln, oder in kleinen Schritten. Die Beteiligung von Mitarbeitenden an Entscheidungs- und Transformationsprozessen ist eine erfolgreiche Vorgehensweise, die leider häufig an dem Einsatz nicht geeigneter Tools oder auch der Ungeduld der Führungskräfte scheitert. Agilität oder Transformation in der Produktion umzusetzen ist ein langer und auch komplexer Prozess der nicht nur Empathie, sondern auch Methodensicherheit und Ausdauer erfordert. Ein motivorientiertes Zielvereinbarungssystem kann hier eine große Unterstützung sein. Hier sind die Personalabteilungen gefragt im Vorfeld genau zu analysieren und vorzubereiten, was welchen Mitarbeitenden bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Fazit

In einem Unternehmen arbeiten die unterschiedlichsten Menschen zusammen – vom ungelernten Mitarbeitenden in der Produktion bis zur studierten Assistentin der Geschäftsleitung. Alle haben den Wunsch die Unternehmensziele zu erreichen. Jetzt ist die Personalentwicklung gefragt mit unterschiedlichen Tools jeden Mitarbeitenden oder jede Abteilung individuell zu entwickeln – für motivierte Mitarbeitende und das gemeinsame Ziel.