Personalentwicklung – brauchen wir die überhaupt?

Unternehmer stellen sich derzeit die Frage: Trägt die Personalentwicklung zur Wertschöpfung in unserem Unternehmen bei? Wir sind mit der Digitalisierung bereits weit fortgeschritten und die Mitarbeiter sind in der Lage sich über Blended Learning Konzepte selbst weiterzubilden… Welchen Stellenwert können wir der Personalentwicklung also noch zuschreiben? Carmen Halstenberg ist der Meinung: Die Personalentwicklung ist fundamental wichtig, wenn sie den Handlungsrahmen bekommt, den sie benötigt. Lesen Sie in diesem Blog Beispiele, wie sich die Rolle der Personalentwicklung in Unternehmen verschoben hat.

von Carmen Halstenberg

Digital oder doch lieber analog?

Nehmen wir das Beispiel der Kommunikation von Mitarbeitern: Die Digitalisierung ermöglicht, via E-Mail, Chat etc. zu kommunizieren – indirekt und nicht mehr face-to-face und in Person. Nahezu alles kann ohne persönlichen Kontakt und mit dem Computer geregelt werden. Teamentwicklungsmaßnahmen und Präsenz-Veranstaltungen nehmen ab. An ihre Stelle treten digitale Konzepte. Klassische PE-Analysetools wie Fragebögen, 360-Grad-Feedback und viele andere Instrumente stehen online zur Verfügung. Die Auswertung dazu erfolgt dann ebenfalls digital.
Doch so praktisch die digitalen Hilfsmittel auch sind: Menschen brauchen den persönlichen Kontakt. Und genau hier liegt die Aufgabe der Personalentwicklung. Es geht nicht ausschließlich darum, Mitarbeiter fachlich zu entwickeln. Sie müssen auch sozial weitergebildet werden, sich in sozialer Kompetenz üben – doch das kommt in den meisten Unternehmen zu kurz. Die Personalentwicklung trägt dann zur Wertschöpfung bei, wenn sie die sozialen Bedürfnisse der Mitarbeiter im Blick behält. Es ist ein starker Kultur- und Wertewandel innerhalb der Generationen zu beobachten: Mitarbeiter wollen nicht nur Social Media, sie brauchen und wollen Social Life!

Starre Hierarchien oder Agilität?

Neben den sozialen Faktoren ist die Personalentwicklung z. B. auch in Changeprozessen ein wichtiger Partner. Dies ist etwa dann zu beobachten, wenn es um die Übertragung von Verantwortung auf die Mitarbeiter geht. Nehmen wir an, ein Unternehmen möchte sich weg von starren Hierarchien hin zu agileren Strukturen entwickeln. Das funktioniert nicht auf Knopfdruck. Ein Mitarbeiter, der Hierarchien gewohnt ist und aufgrund seiner Mentalität auch so eingestellt wurde, wird sich schwertun, plötzlich vermehrt Selbstverantwortung zu übernehmen. Die Personalentwicklung muss Menschen genau dorthin entwickeln. Sie muss dafür sorgen, dass Mitarbeiter Agilität verstehen und überprüfen, ob dieses Konzept überhaupt zum Unternehmen und seinen Mitarbeiter passt, denn Agilität lässt sich nicht einfach verordnen oder überstülpen.

Wenn der Personalentwicklung in Zukunft mehr Vertrauen geschenkt wird, sie mehr Spielraum im Unternehmen bekommt, dann wird sie nicht nur zur Wertschöpfung beitragen, sondern für den künftigen Erfolg des Unternehmens und die Zufriedenheit der Mitarbeiter unabdingbar sein.