Kommunismus in den Führungsetagen

Ach, was wurde damals in Deutschland herzlich darüber gelacht, wenn in der Sowjetunion die Planzahlen nicht eingehalten werden konnten und gesagt wurde, das sei nicht die Schuld der Betriebe. Schuld daran war immer der Kommunismus. Doch ist das heute wirklich anders? Wie steht es um die Fehlerkultur deutscher Führungskräfte und wie authentisch treten diese gegenwärtig auf? Diese Frage ist ein Thema des Buchs von Ben Schulz und Brunello Gianella »Wenn Turnschuhe nichts bringen – Der CEO-Code für starke Führungskräfte«.

Prestige vor Verantwortung
Denken wir einmal zurück an den Dieselskandal. Egal ob Winterkorn, Stadler oder Zetsche – keiner übernahm die Verantwortung für die illegalen Manipulationen bezüglich der vorgegebenen Grenzwerte der Autoabgase. Keiner von ihnen gestand die Fehler ein und keiner sagte: „Ich war’s!“ Stattdessen wurde die Verantwortung von einem zum nächsten gereicht, wie das letzte große Stück Fleisch auf dem Tablett, das keiner mehr essen mag.

Und so läuft das auch in anderen Unternehmen. Da wird lieber schnell ein anderer gesucht, der seinen Kopf für die begangenen Fehler hinhalten muss. Sei es der junge, naive Neue in der Geschäftsführung oder der Fast-Pensionär, der ohnehin nur noch ein Jahr im Unternehmen verweilen muss und das dann wohl auch noch aushalten kann.

Und warum das alles? Weil die Angst vor Prestige-, Vertrauensverlust und Imagezerstörung noch größer ist.

Wenn die Fassade bröckelt
Keine Führungskraft möchte ihre weiße Weste beschmutzen und trägt sie dabei wie einen Schutzpanzer vor der gesamten Belegschaft. Unnahbar, distanziert und immer mit dem Ideal des deutschen Perfektionismus im Hinterkopf. Diese Fassade jedoch ewig aufrechtzuerhalten wird schwerfallen. Vor allem in der heutigen Zeit, wo sich jeder Mensch im Internet austauschen und informieren kann.

Gut beraten ist stattdessen wer Fehler macht. Denn diese haben nicht etwa mit Schande, sondern vielmehr mit Weiterentwicklung zu tun. Nur eine liberale Haltung gegenüber Fehlern macht es einer Führungskraft heute überhaupt möglich offen für Neues zu sein. Denn diese führen früher oder später zum Erfolg. Dazu braucht es jedoch mehr Transparenz, Authentizität und den Mut, die Fassade der Unfehlbarkeit zu durchbrechen.

Fazit
Unternehmer müssen lernen Gesicht zu zeigen und auf Augenhöhe zu kommunizieren. Denken Sie immer daran: Sie dürfen Mensch sein mit all Ihren Stärken und Schwächen. Das macht Sie nicht etwa zu einem schlechteren Menschen und einer unglaubwürdigen Führungskraft, sondern vielmehr sympathisch und authentisch.

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