Fußball ist kein Spiel!

„Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten“, sagte Sepp Herberger zu seiner Zeit treffend. Und dennoch steckt hinter dem beliebten Sport mehr als nur ein amüsantes Spielereignis. Davon ist Achim Halstenberg, der als ehemaliger Fußballspieler einst fast Profi-Luft schnuppern durfte und viele Jahre als Trainer tätig war, überzeugt. Als Head of Education & Training bei Ben Schulz & Consultants weiß er, warum sich so einige Führungskräfte bei Klopp, Guardiola und Co. noch etwas abschauen können.

Individuell im Team
Fußballtrainer legen in der Auswahl ihrer Spieler großen Wert auf ein funktionierendes Zusammenspiel im Team. Einzelgänger in einer Mannschaft führen nur selten zum Erfolg. Und dennoch ist der Einzelne wichtig. Jeder Spieler wird individuell gefördert und gecoacht, um ihn noch wirksamer in das Team zu integrieren. Das Zusammenspiel individueller Stärken ist heute ein Erfolgsgeheimnis vieler moderner Fußballtrainer.
Um die Spieler individuell zu fördern, ist das Reiss Motivation Profile® ein gutes Instrument. Mittlerweile immer öfter im Profifußball eingesetzt, werden damit Motivation und Triggerpunkte der einzelnen Spieler aufgedeckt und weiterentwickelt. Das hat zur Folge, dass bei dem Einzelnen eine positive Emotion entfacht.

Die vier Eckpfeiler der Fußballtrainer
Besonders die folgenden vier Faktoren, inspiriert vom Fußball, sind ausschlaggebend für eine erfolgreiche Führung:

  1. Vorbildfunktion
    Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: In der Produktionsstätte eines großen Unternehmens herrscht absolutes Rauchverbot – und dennoch läuft der Produktionsleiter jeden Tag fröhlich paffend durch die Gänge. Können die Mitarbeiter dessen Führung in einem solchen Fall überhaupt noch ernst nehmen? Wohl eher nicht. Deshalb müssen sich Führungskräfte ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Denn wenn ich Disziplin, Wille und Leistungsbereitschaft verlange, werde ich diese nur bekommen, wenn ich sie vorlebe.

  2. Individuelle Ziele
    Um Erfolge erreichen zu können, muss an individuellen Zielen gearbeitet werden. Im Fußball heißt das: Nummer 10 hat ein anderes Trainingsziel als Nummer 7. So kann Nummer 7 in einem halben Jahr mit links besser schießen, während Nummer 10 bis dahin akribisch an der Kondition gearbeitet hat. Mit der Förderung von Potenzialen werden nicht nur Fußballer, sondern auch Mitarbeiter im Unternehmen inspiriert und nachhaltig motiviert.

  3. Erziehung zur Eigenständigkeit
    Ein Fußballtrainer kann seine Mannschaft dahingehend trainieren, dass die Spieler auch ohne seine Anwesenheit 90 Minuten intensiv trainieren. Das geht jedoch nur, wenn sie die Ernsthaftigkeit und die Wichtigkeit des Spiels erkennen. Dazu muss ihnen Vertrauen entgegengebracht werden und dann darf gerne auch einmal gesagt werden: „Wie spielen wir nun weiter? Brauchen wir eine neue Aufstellung? Ein anderes System?“ Denn gegenseitige Unterstützung und Vertrauen fördern das Team.

  4. Individualität
    Ist jeder Spieler der richtige auf seiner Position? Oder liegen seine Stärken eigentlich an ganz anderer Stelle? Diese Frage kann nur beantwortet werden, indem der Trainer die Kompetenzen des Spielers erkennt und nachhaltig fördert, sodass er effektiv im Team agieren kann. Anstatt als Führungskraft also ständig im operativen Geschäft mitzuarbeiten, lohnt es sich, sich mit den einzelnen Mitarbeitern wirksam auseinanderzusetzen.

Und zum Schluss noch ein kleiner Tipp am Rande: Kaum ein Spitzentrainer war zuvor auch ein erfolgreicher Fußballer. Sie als Führungskraft müssen also nicht »auf dem Platz« stehen. Dafür haben Sie Ihre Mitarbeiter und das sollten Sie auch wertschätzen.