Fachkräftemangel vorbeugen – mit Personalentwicklung

Die Personalentwicklung erlebte ihren Aufschwung mit der Anwendung des japanischen Modells. In den 60er-Jahren bewegte sich die Produktion noch hauptsächlich im amerikanischen Taylorismus. Ziel war es, durch die Teilung der Aufgabengebiete eine Steigerung der Produktivität zu erhalten. Straffe Hierarchien, Fremdbestimmung, Monotonie – so könnte man die Arbeit im Taylorismus beschreiben. Ganz nach dem Prinzip Hire & Fire kamen und gingen die Mitarbeiter – von Personalbindung keine Spur. Personalentwicklung galt damals als Kostenfaktor.

Neue Arbeitsstrukturen: Es lebe der Toyotismus
Erst als Arbeitskräfte aus dem Ausland im Rahmen des Anwerberabkommens einen zeitlich befristeten Aufenthalt in Deutschland bekamen, um hier zu arbeiten, änderten sich auch die Arbeitsstrukturen. Das japanische Modell, der Toyotismus (abgeleitet vom Autohersteller Toyota) wurde vermehrt eingesetzt. Die Mitarbeiter arbeiteten nun in Gruppen, um die Fähigkeiten und Potenziale jedes Einzelnen zu kombinieren. Lean Production war gefragt – hohe Lagerkosten und Überproduktionen wurden vermieden. Getreu dem Kaizen-Prinzip gab es kontinuierliche Prozessoptimierungen – die stetige Veränderung zum Bessere.

Eindimensionale Arbeit wich flexiblen Arbeitsaufgaben, Mitarbeiterbindung stand nun an oberster Stelle und die Personalentwicklung war nicht mehr nur ein Kostenfaktor, sondern eine Notwendigkeit, um erfolgreich in die Zukunft zu investieren. Alles schien voran zu gehen, die Mitarbeiter anderer Nationen brachten neues Wissen und Kulturverständnis, Agilität und Flexibilität – das, was wir heute als neu empfinden – wurden in den Betrieben gelebt. Doch irgendwann kam es zum Stillstand. Schließlich lief ja alles wie am Schnürchen.

Fachkräfte erfolgreich gewinnen und binden
Heute jedoch stehen wir erneut vor großen Herausforderungen. Nicht nur, dass die Wirtschaft sich extrem langsam von der Corona-Krise erholen wird, sondern auch der Fachkräftemangel und die veränderten Erwartungen seitens der Mitarbeiter*innen an das Unternehmen wird uns noch einige Zeit begleiten. Unternehmen nutzen die Möglichkeit sich international nach kompetenten Mitarbeitern umzusehen. Wie aber gelingt es, diese langfristig zu integrieren? Welche Vorschriften sind zu beachten und wie kann ein interkulturelles Arbeitsumfeld geschaffen werden?

Wichtig ist: Die Personalentwicklung darf nicht stehen bleiben. Sie muss sich entsprechend der aktuellen Anforderungen weiterentwickeln. Wenn Sie als Führungskraft oder Aufsichtsratsvorsitzender die Personalabteilung betreten und mit Ihren Mitarbeitern die Zielvorgaben der nächsten 10 Jahre vereinbaren, muss die Personalentwicklung genau wissen, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, welche fachlichen Voraussetzungen der Mitarbeiter es dafür braucht und wie die Mitarbeiter und nicht zuletzt die Organisation weiterentwickelt werden können und auch müssen. Nur so kommen Sie auch in Zukunft stark durch Herausforderungen.