Erkenntnisse eines Schlossers

Ein gelernter Schlosser als Consultant? „Warum eigentlich nicht?“, dachte Achim Halstenberg, heute Head of Education von Ben Schulz & Consultants AG. Und viele seiner Beratungsprojekte zeigen, dass die Erkenntnisse eines Schlossers in so manchem Gespräch eine echte Bereicherung sind …

Aller Anfang ist schwer

Im Jahre 1989 beendete Achim Halstenberg seine Schlosserlehre. Doch weiterarbeiten wollte er in diesem Beruf nicht. Er probierte sich aus, schnupperte in verschiedene Branchen und fand einige Jahre später seine Berufung als Berater. Seine erste Bewerbung wurde jedoch abgelehnt. Er passe nicht ins Team hieß es damals. Doch schon wenige Wochen später erhielt er einen Anruf aus der Personalabteilung. Eine junge Mitarbeiterin der Firma, gelernte Sozialpädagogin, sollte ein Seminar für Bauarbeiter halten. Allerdings konnte sie mit ihren einfühlsamen Argumenten ihr Publikum nicht überzeugen. Das Projekt drohte zu scheitern – bis Herr Halstenberg den besagten Anruf bekam. „Haben Sie noch Interesse an unserem Job?“ Der Rest ist Geschichte. Er übernahm das Seminar und überzeugte die gestandenen Bauarbeiter – weil sie ihn akzeptierten.

Kleider machen Leute Szenenwechsel.

Stellen Sie sich einmal das folgende Bild vor: 3 junge Männer in teuren Armani-Anzügen und frisch geputzten Schuhen stehen in einer Fabrikhalle und versuchen gestandenen Maschinenführern zu sagen, was sie zu tun haben. Dabei ernten sie nicht mehr als Unverständnis und ein müdes Lächeln der Mitarbeiter, die bereits seit über 20 Jahren ihrer Tätigkeit nachgehen. Als gelernter Schlosser weiß Achim Halstenberg, dass es wichtig ist, sich den Mitarbeitern anzupassen, ihre Sprache zu sprechen und auf Augenhöhe zu agieren, um ernst genommen zu werden.

Wer kann was?

Hauptmotivation eines Trainers sollte sein, die Menschen zu verstehen. Egal ob ein Gespräch mit Führungskräften oder Mitarbeitern stattfindet. Aus seiner Erfahrung sieht Achim Halstenberg vermehrt folgendes Problem: Führungskräfte sprechen ihren Mitarbeitern die Kompetenzen ab. Schichtpläne werden nicht angenommen, Pausenzeiten werden nicht akzeptiert, uvm. Und warum? Weil diese von Menschen gestaltet werden, die selbst nicht in der Produktionshalle arbeiten. Halstenberg appelliert hier an mehr Mitarbeiterbeteiligung in Entscheidungsprozessen. Und das möchte er auch in seinen Trainings übermitteln. Besonders im Bereich KVP kann er Unternehmen tatkräftig unterstützten, denn wer kennt die praktischen Prozesse in der Produktionsfirma besser als ein gelernter Handwerker?