Die Z-Generation – zu anspruchsvoll?

„Ich hätte gerne flexible Arbeitszeiten, ein Firmenhandy, am besten noch einen Feel-Good-Manager, der sich darum kümmert, dass es mir am Arbeitsplatz an nichts mangelt und nicht zu vergessen ist es mir natürlich wichtig, dass Ihr Unternehmen sinnstiftend wirtschaftet.“ Selbstbewusst sitzt die 19-jährige Selina vor dem Personaler und gibt ihre Forderungen kund. Dieser ist für einen kurzen Moment sprachlos – tickt die Generation Z wirklich so?

Nehmen wir die zwischen 1997 und 2012 Geborenen einmal genauer unter die Lupe. Sie sind die Generation, die komplett mit digitalen Technologien aufgewachsen ist: Internet und Smartphone gehören zu ihrem Leben selbstverständlich dazu – auf der Arbeit wie im Privatleben. Oft gelten sie als unselbstständig, verwöhnt und anspruchsvoll. In vielen Punkten ähneln sie der Vorgängergeneration Y, dennoch scheinen sie wieder deutlich mehr traditionelle Werte verinnerlicht zu haben.

Der Apfel fällt nicht weit …

Ein klassisches Eigenheim, eine stabile Familie und Ehe, eine solide Ausbildung, ein sicherer Job – danach sehnt sich die Generation Z und knüpft damit wieder an ihre Elterngeneration an. Dürfen die Arbeitgeber bei der Generation Z also wieder auf »einfachere« Arbeitnehmer hoffen? Ansichtssache! Internet, Smartphones und Co., Soziale Netzwerke, das Web 2.0 sowie digitales Arbeiten – all das kennt die Generation Z von klein auf und das hat natürlich entsprechende Spuren hinterlassen. Sie streben vor allem nach einem Beruf, der zur Persönlichkeit passt und sehen einem Jobwechsel gelassener entgegen. Anders als die Generation Y differenziert die Generation Z wieder mehr zwischen Arbeit und Privatleben. Feste Abgrenzungen sowie klare Strukturen werden wieder gewollt. Den Laptop nach der Arbeit mit nach Hause zu nehmen, ist hier nicht drin. Selbstverwirklichung wird nicht mehr nur in der Arbeit gesucht, sondern vor allem in der Freizeit und in sozialen Kontakten.

Werte der Generation Z

Das spiegelt sich auch in den Werten der Generation Z wider: Sie haben einen großen Wunsch nach freier Entfaltung, sind sich aber auch ihrer unsicheren Zukunft bewusst. Den Wohlstand ihrer Elterngeneration werden sie wohl nicht erreichen, dafür können sie sich ungebremst und nach allen Richtungen entfalten. Das führt bei vielen auch zu Ratlosigkeit und einem stetigen Ausprobieren, welche Wege passen könnten. Dadurch, dass die Generation Z erst seit Kurzem aktiv auf dem Arbeitsmarkt eingreift, lassen sich noch keine eindeutigen Merkmale ableiten.

Generationenübergreifend Arbeiten

Im Arbeitsalltag treffen momentan vier Generationen aufeinander (Baby-Boomer, X, Y und Z), die alle unterschiedliche Lebenseinstellungen, Wünsche und Werte haben. Das stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen, bedeutet gleichzeitig aber auch enorme Chancen. Das Ziel sollte sein, gemeinsam mit den Generationen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das ein effizientes, gelungenes Miteinander fördert und das Potenzial, das jede Generation mit sich bringt, vereint.