Corona-Krise: Panik in Führungsetagen

Die Corona-Krise führt derzeit in vielen Unternehmen zu den seltsamsten Auswüchsen. In meiner Tätigkeit als externer Trainer muss ich das aktuell leider sehr häufig feststellen. Man kann es sich vorstellen wie ein brennendes Haus, in dem der Vater versucht, anstatt seiner Familie, seinen teuren Fernseher und seine Uhrensammlung zu retten. Nur, dass der Vater Geschäftsführer, die Familie seine Mitarbeiter, das Feuer Corona und die Wertgegenstände sein Profit sind.

Ist es wirklich so, dass in einem solchen Ausnahmezustand die Geschäftsführung die eigenen Mitarbeiter vergisst, oder geraten momentan alle einfach nur in Panik? Lesen Sie hier meine Gedanken dazu.

Unternehmen im Ausnahmezustand

Kürzlich besuchte ich ein Unternehmen mit über 1.200 Beschäftigten. Zuvor lief alles in seinen gewohnten Bahnen, doch die Corona-Krise schlug ein wie D-Zug – hart und heftig, wie das bei solchen Katastrophen nun mal der Fall ist. Die Geschäftsführung reagierte darauf vollkommen panisch – doch braucht es nicht gerade in solchen Situationen Fürsorge und Hilfsbereitschaft? Sollten starke Führungskräfte hier nicht Ruhe bewahren und vorangehen?

Davon war im besagten Unternehmen leider nichts zu sehen. Stattdessen wurden alle Sorgen, die nicht den Profit betrafen auf den Betriebsrat abgewälzt. Sofort wurden Krisenstäbe gegründet und Budgets sowie sämtliche Ausgaben gestrichen. Die Mitarbeiter wurden weder beruhigt noch von ihrer Führungskraft abgeholt. Stattdessen herrschten überall Panik und Hektik – kurzum: ein völliges Chaos.

Eine ganze Woche hat es gedauert, ehe sie wieder auf Linie kamen und sich neu sortiert haben. Eine Abteilung hat sogar all ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Die andere „überlegt noch“. Das kommt dabei heraus, wenn jeder macht, was er für richtig hält und das bei absoluter Ahnungslosigkeit und mit vollkommener Willkür.

Tun Sie mir bitte einen Gefallen. Sorgen Sie in einer solchen Situation, in der wir uns gerade befinden, für Aufklärung. Stellen Sie Regeln auf, an denen sich Ihre Mitarbeiter orientieren können. Sorgen Sie für eine gute Kommunikation – Transparenz ist jetzt das A und O. Was bedeutet diese Krise für euch Mitarbeiter? Was haben wir mit euch vor? Wie sehen die nächsten Schritte aus? – klären Sie Ihre Mitarbeiter auf. Sie sind ein wertvoller Teil des Unternehmens und haben ein Recht darauf dies zu erfahren. Lassen Sie sie nicht mit ihren Nöten, Ängsten und Fragen allein – seien Sie eine starke Führungskraft

Ein Beitrag von Achim Halstenberg